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Doppel 2009 two pianos / live av / 12' / UA 2009 Cologne / Klavierduo Schumacher Grau score |
Doppel 2009 two pianos / live av / Berlin Ultraschall January 2011 Benjamin Kobler & Ulrich Loeffler score |
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Die Stadien der Entstehung von „Doppel“ können beim Hören und Sehen mit verfolgt werden. Das Nachdenken über das Klavierspielen, über die spezielle Situation und Aktion auf der Bühne findet in „Doppel“ keine endgültige Gestalt. „Doppel“ ist deshalb weniger ein in sich abgeschlossenes Werk, sondern mehr eine Dokumentation seiner Entstehung. Zu Beginn werden Materialentscheidungen getroffen und den Pianisten je zwei Materialtypen zugeteilt. Im weiteren Verlauf interpretieren die Pianisten nicht nur die notierte Musik, die sich aus dieser Anfangssituation allmählich entwickelt, sie schlüpfen auch in eine Rolle. Sie haben einen Stoff, jeder für sich, und sie haben eine Aufgabe, die über das Klavierspielen hinaus geht. Daraus resultiert der vorrangige visuelle Aspekt in „Doppel“. Es ist nicht das Video, es sind die Pianisten, die sichtbar gerade so weit aus dem gewohnten Agieren heraus gehen, wie es nötig ist, um an ihre Präsenz zu erinnern und an das, was sie eigentlich tun. Die Videoebenen in „Doppel“ sind dagegen nichts anderes als konkrete Erinnerungen, wie sie beim Komponieren und beim Hören vorkommen. Sie erinnern allerdings nicht nur an das Vergangene und seine Auswirkungen. Sie machen deutlich, dass in der Gleichzeitigkeit mehrerer musikalischer Ereignisse auf der einen Seite beim Komponieren und auf der anderen Seite beim Hören stets ein ganzes Netzwerk von Assoziationen am Wirken ist. Interessant dabei ist für mich die Erfahrung, dass ein momentaner Eindruck in der Musik, vom Komponisten konstruiert, beim Hören wieder in seine Bestandteile dekonstruiert wird. Dabei kann das Resultat beim Hörer völlig anders aussehen als die Ausgangslage beim Komponisten und auch sehr verschieden bei jedem Hörer. Außerdem kann natürlich auf beiden Seiten mehr oder weniger intuitiv oder intellektuell vorgegangen werden und die dadurch entstehende Schieflage würde man in der Sprache durchaus als Missverständnis bezeichnen. Berücksichtigt man die Tatsache, dass manche schon in der Sprache eine gelungene Kommunikation als Utopie betrachten, müsste man in der Musik dann beinahe von einer Unmöglichkeit sprechen. In der komponierten Musik ist eine solche „Schieflage“ der zu erwartende Normalfall, vorausgesetzt man arbeitet nicht mit den einfachsten Mitteln, und als Komponist muss man mit ihr umgehen. In diesem Kontext ist die hier gestellte Frage: was passiert, wenn die erste Hälfte dieses Prozesses, die Herstellung eines musikalischen Moments, schon dekonstruiert wahrgenommen werden kann? |
The phases of the working process for Doppel can be followed by the audience during the performance. The piece is about piano playing, but not as final result of thinking about what the act of piano playing means but rather Doppel is about the process of thinking about this. So Doppel is no so much a fixed work as a documentation of how it came to be. |
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